Chronik

Nach gut 3 Monaten Planung und Arbeit ist das Stalldach fertig saniert und neu gedeckt. Besonders erfreulich ist dabei, dass am 22.09. schon die Fertigstellung des Daches erfolgen konnte. Die erste Bauberatung war am 09.08.2016 vor Ort, die Gerüste wurden am 12.08. gesetzt und Baubeginn war am 22.08. Nachdem die letzten Baugerüste entfernt wurden, ist das neue Dach nun wieder sturmfest und regendicht. Ein langer Weg bis hierher.

Aus einer Handvoll Pferden und einem Dutzend Pferdefreunden wurde ein Verein, der stolz auf seine Erfolge verweisen kann. Dazu gehören vor allem Ereignisse, die wir als Vereinsmitglieder nicht mehr vergessen und auch einige, die wir nicht mehr missen möchten. Das sind Veranstaltungen, die nun schon Tradition geworden sind. Zum Beispiel die Advents- bzw. Weihnachtsturniere. Begonnen hatten diese mit einem internen Weihnachtsturnier am 15. Dezember 2001. Jeder Teilnehmer nahm stolz seine Schleife oder sogar seinen Pokal entgegen. Oder unsere Ausflüge an die Ostsee. Einmal am Strand durch die Brandung galoppieren, wer träumt nicht davon. Wir nicht mehr, wir haben es erlebt und der neue Termin dafür steht schon wieder fest. Auf unsere Pferde sind wir stolz. Vor allem auf ihre Zuverlässigkeit. Aber auch auf das Können unserer Reiter. So können wir auf Teilnahmen an Umzügen, wie z. B. bei den Wallenstein-Tagen in Stralsund oder zu Hochzeiten verweisen. Dazu kommen die unermüdlichen Arbeitseinsätze und Initiativen unserer Mitglieder und ihrer Familien. Ohne diese fleißigen Hände wären viele Vorstellungen nicht realisierbar gewesen.

Trotz unserer Erfolge wollen wir auch die Tiefschläge, die das Schicksal bereit hält, nicht vergessen. Wie unter Schock standen wir alle am Anfang des Jahres 2003, als unser Vereinsvorsitzender Wolfgang Böhnke verstorben war. Er lenkte die Geschicke des Vereins und war das Hauptfundament. Der Reit- und Fahrverein Obermützkow e. V. wäre heute ohne ihn nicht das, was er ist. Wir haben Wolfgang Böhnke viel zu verdanken und werden ihn nie vergessen. Es galt nun an dem anzuknüpfen und weiterzuführen, was er aufgebaut hatte. Ein neuer Vorstand, der im Februar 2003 von den Vereinsmitgliedern gewählt wurde, stellte sich der Herausforderung. Es war ein großes Stück Arbeit, sich mit allen Aufgaben vertraut zu machen und die Geschicke des Vereins weiter in glückliche Bahnen zu lenken. Heute kann man sagen, dass dies gelungen ist. Es ging weiter vorwärts, neue Ideen wurden geboren und umgesetzt. Wir können sagen, dass die Vereinsmitglieder geschlossen hinter dem Vorstand stehen und wünschen uns für die Zukunft weiterhin viel Freude und Begeisterung mit unseren Pferden und unserem Sport.

Der Reitverein hat an Attraktion gewonnen. Ein Gutshof, der in alter Schönheit strahlt und ein Vereinsleben, das seines Gleichen sucht. 31 Mecklenburger Warmblüter und fast 90 Vereinsmitglieder, das sind Zahlen, auf die man stolz ist. Im Stall tummeln sich 5 Jährlinge und drei Fohlen und es werden weitere zwei Geburten erwartet. Der Terminkalender ist randvoll. Turniere, Lehrgänge für Reitabzeichen, und Feriengestaltung sind nur einige der geplanten Veranstaltungen. Das größte Ereignis in dieser Zeit ist aber der Start im Juli 1996 zum Bau unserer Reithalle. In erster Linie ist es unserem damaligen Vorsitzenden Wolfgang Böhnke zu verdanken, dass die Grundlagen dafür gelegt wurden. Unermüdlich kämpfte er mit Institutionen und Ämtern bis die nötigen Fördermittel zur Verfügung gestellt wurden und alle Steine aus dem Weg geräumt waren. Mit Spannung wurden die ersten Baumaßnahmen verfolgt und alle freuten sich, wie das Gebäude, ganz im Stil der Gutsanlage, so langsam Gestalt annahm. Noch während der Bauphase wurde der Reitplatz der Halle genutzt. Am 19. April 1997 ist es dann endlich so weit. Die Reithalle wird eingeweiht. Zu diesem Anlass fand ein Schauturnier statt. Pas de deux, Dressur und Stilspringen standen auf dem Plan und vor allem junge Reiter konnten ihr Können beweisen. Vereine der Umgebung waren zahlreich erschienen. 84 Aktive gaben ihr Bestes und etwa 400 Besucher waren begeistert. Gleichzeitig wird das sich in der Reithalle befindliche Reitstübchen der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit diesem hat der Reitverein eine weitere Attraktion. Mit Blick in die Reithalle kann man hier den Pferdesport genießen und gleichzeitig dem leiblichen Wohl frönen.

Der Zustand des Gutsgeländes war mehr als schlecht. Die Treuhand hatte das Gutshaus und die Speicher zum Abriss freigegeben. Dies wollte man aber nicht akzeptieren und es wurde alles daran gesetzt, die schöne Anlage unter Denkmalschutz zu stellen. Der Reit- und Fahrverein setzte sich in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Niepars für die Rekonstruktion und Instandsetzung des Gutsgeländes ein. Mit Hilfe von ABM-Kräften und Eigeninitiativen wurden die Gebäude instandgesetzt und Altlasten beseitigt. Somit wurde ein Speicher umgebaut, so dass eine Einrichtung für betreutes Wohnen geschaffen werden konnte. Mit Unterstützung des RFV wurde im November 1993 der Verein Jugendhaus „Obermützkower Storchennest“ gegründet. Durch diese umfangreichen Rekonstruktionen konnten Gebäude und das Gelände auch viel intensiver und umfangreicher genutzt werden. Das Kulturhistorische Museum konnte Exponate in einem Speicher zu Museumszwecken ausstellen. Außerdem wurden Pläne geschmiedet, die Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche vorsahen. Man dachte dabei an Reitwettbewerbe oder Kinderferienlager. Hoffnung bestand nun auch für die Pferde. Der Kuhstall wurde zum Umbau in einen großen artgerechten Pferdestall vorgesehen.

20.07.1990 – Gründung des Reit- und Fahrvereins (RFV) Obermützkow e.V.
02.10.1990 — Eintragung des Vereins ins Vereinigungsregister des Kreisgerichtes des Stadt- und Landkreises Stralsund.
23.09.1991 –Aufnahme des Vereins als Mitglied in den Landessportbund Mecklenburg/Vorpommern
Die LPG Jakobsdorf, der die bisher genutzten Pferde gehörten, wollte diese verkaufen. Die ersten 12 Mitglieder nahmen Entbehrungen auf sich und sammelten untereinander, so dass acht Pferde erworben wurden und ein Anfang gemacht werden konnte. Die Gemeinde Niepars hatte von der Treuhand das Gelände der Sportanlagen übertragen bekommen. Der Verein übernahm das Gelände des Gutes als Pächter auf der Grundlage des Sportstättengesetzes zur Nutzung. Somit standen Ställe, Speicher und Büroräume der Gutsanlage zur Verfügung. Der Verein etabliert sich als gemeinnützige Einrichtung mit dem Schwerpunkt von Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Leibesertüchtigung aller Personen, besonders aber der Kinder und Jugendlichen. Er arbeitet dabei eng mit den öffentlichen und freien Trägern zusammen. Damit waren die Richtungen der weiteren Arbeit festgelegt. Ziel wurde es, jedem die Möglichkeit zu geben, im Rahmen des Breitensportes in der freien Landschaft beim Reiten oder Fahren mit den Pferden die Natur zu erleben. Zu diesem Zweck unterhält der Verein ein ca. 50 km langes Reitwegenetz. Man beginnt mit einer eigenen Fohlenzucht mit Hauptaugenmerk der Förderung der Zucht Mecklenburger Warmblut. Auf ca. 50 Mitglieder kann der Verein verweisen und die Tendenz ist steigend.

Das Gut Obermützkow entwickelte sich in den Jahren 1945 – 1989 zu einem der besten Landwirtschaftsbetriebe des Kreises. So auch der Reit- und Fahrverein. Die herrschenden sozialistischen Verhältnisse machten eine Pferdehaltung nicht gerade leicht. Vorwiegend wurde die Zucht von Rindern und Schweinen gefördert. Das Pferd wurde durch Technik ersetzt. Es gab aber doch Bestrebungen Pferdezucht zu betreiben. Bauern wurden aufgefordert, ihre Stuten nicht zu veräußern, sondern sie zu behalten und für Zuchtzwecke zu nutzen. Man war bestrebt, vor allem in unserer Region das „Mecklenburger Warmblut Pferd“ zu erhalten und die Zucht weiter auszubauen. Viel Pferdeverstand war gefragt, um Wege zu finden, entsprechende Pferde zu bekommen. Auf dieser Grundlage und weil es Menschen gab, die Pferde und den Pferdesport über alles liebten, wurde der Verein weiter ausgebaut, in dem man die Ideale und die Freude, aber auch die Mühen und Lasten dieses Sportes zum Wohl aller vereinigen wollte. Es gelang auf der Grundlage der vorhandenen Pferde und in Zusammenarbeit mit anderen Zuchtbetrieben und Vereinen einen Grundstamm an Reitpferden aufzubauen. Hauptaugenmerk war die Ausbildung von Reitern und Fahrern sowie die Ausbildung der Pferde. Ausritte in die Umgebung und die Teilnahme an Turnieren wurden regelmäßig organisiert. Engpässe gab es besonders bei der Ausstattung der Pferde und der Reiter. Neue Sättel waren Mangelware, ebenso Turnierkleidung und Fahrzeuge für den Transport. Mit viel Geschick, Improvisation und gegenseitigem Helfen konnten diese Probleme überbrückt werden.

Die Nachkriegsjahre waren noch nicht überstanden. Gebäude und Boden waren vom Zahn der Zeit gezeichnet. Pferde hatten noch große Bedeutung im täglichen Leben. Bis zum Ende des Krieges bewirtschaftete die Familie Helms das Gut Obermützkow. Die Familie hatte um 1830 das Gut erworben. Bis dahin lagen die wirtschaftlichen Schwerpunkte in der Zucht von Kühen, Pferden, Schweinen und in der Saatzucht. Die Bodenreform hielt Einzug, auch in Obermützkow. Die Voreigentümer 1945 enteignet. Das Grundstück wurde Eigentum des VEG Saatzucht Obermützkow. Die Folgezeit bescherte dem Gut Brände, die die Gebäude teilweise oder ganz zerstörten. Nachdem 1945 der gesamte Viehbestand von den Russen abgeholt wurde, konnte erst 1947 langsam der Wiederaufbau der Tierzucht auf dem Gut beginnen. Aus dem Schoß des VEG Saatzucht Obermützkow wurde, durch uneigennützige Initiative und große Liebe zu den Pferden, der Verein geboren. Grundlage bildete die Gründung der Gesellschaft für Sport und
Technik (GST) Reitsport.